| Der Brlauch | |
|
Gerche
nur bles Gercht Brlauch
wchst praktisch berall. Feuchte, leicht schattige Standorte, vor allem
in Laubwldern, behagen ihm am meisten. Noch bevor man die grnen Teppiche
sieht, die im Mrz den Waldboden berziehen, wehen einem leichte Knoblauchdfte
entgegen. Dieser Geruch bewahrt sonntgliche Amateursammler auch davor,
allenfalls giftige Maierieslibltter nach Hause zu tragen. Denn nur Brlauch
duftet, zwischen den Fingern zerrieben, wie sein
weisser Bruder. Dass das
Schwelgen in diesen kulinarischen Genssen -weil hinterher von der Umwelt
wenig goutiert- zum
Einzelgngertum fhre,
ist ein bles Gercht. Denn
entsprechende Folgen verhindert das Chlorophyll. In
Restaurantkchen beheimatet ist Brlauch trotzdem fast nur in der Schweiz.
So sucht man den Ail d'ours beispielsweise in Frankreich umsonst. Energieschub
fr den Frhling Und
da selbige zu dieser Jahreszeit auch bei der Gattung Homo sapiens beider
Geschlechter gelegentlich geschtzt wird, ist die Heilpflanze mit dem
unverwechselbaren Aroma auch noch zu weiteren Ehren gekommen. Dies neben
ihrem eigentlichen Ruf, Darmflora und Durchblutung, unter Einhaltung einer
gewissen mengenmssigen Zurckhaltung, zum frhlingsbedingt ntigen Energieschub
zu verhelfen. Denn beispielsweise roh unter den Salat gemischt, reichen
schon wenige in Streifen geschnittene Bltter, um Aroma und positive Nebenwirkungen
voll zu entfalten. Wir haben schliesslich keinen Brenmagen. Nicht umsonst
sagt Kruterpfarrer Knzli vom Brlauch, er sei eine der strksten und
gewaltigsten Medizinen in des Herrgotts Apotheke. Vor
allem aber ist Brlauch ein kulinarisches Frhlingsritual:
Quelle: Tages Anzeiger |
|